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Das Heidelberger Studentenlokal "Zum Seppl" gehört zu den bekanntesten deutschen Studentenlokalen. Damals war es das Verkehrslokal der Heidelberger Corps. Die Geschichte des Gasthauses "Seppl" in seiner damaligen Form beginnt in Jahr 1848, als den Sohn Joseph des ehemaligen Hirschgassenwirtes das Anwesen in der Hauptstrasse übernahm und unter dem Namen "Brauerei Ditteney" führte. Von dieser Brauerei bezogen die Corps ihr "Seppl-Bier" und die dazugehörige Gastwirtschaft frequentierten die Studenten, wenn sie sich in der Stadt zum abendlichen Kneipen trafen. Der eigentliche Ruhm des Hauses und eine Vielzahl der in dem Lokal geübten Sitten begann im Jahr 1884, als es ( kurz vor der 500-Jahr Feier der Universität im Jahr 1886) einen Konflikt zwischen dem Universitätssenat und den Corps gab. Ob die Studenten mit Karzerstrafen belegt wurden oder gar völlig aus der Stadt ausgezogen waren lässt sich nicht mehr eindeutig klären. Jedenfalls zeichnete sich ab, dass zuerst die Wirtinnen, später die Wirte durch das Ausbleiben der Studenten Not litten. In dieser prekären Situation fasste sich der Wirt der Brauerei Ditteney ein Herz und bat um eine Audienz beim Großherzog von Baden in Karlsruhe, nach der damaligen Universitätsfassung der " rector magnificus" der Universität. Es ging dem Wirt um einen Ausgleich in dem Konflikt und um die Rückkehr der Studenten in Stadt und Kneipen. Nachdem sich der Großherzog eingehend hatte berichten lassen, schlichtete er den entstandenen Streit, wovon die Studentenschaft unverzüglich erfuhr. In einem Triumphzug holten die Corps den Brauerei-Wirt vom alten Bahnhof heim, der im Gegenzug die Corpsstudenten zu einem ausgiebigen Gelage in sein Lokal lud. Die 5 Corps revanchierten sich mit dem Geschenk der Butzenscheibenfenster mit ihren Verbindungswappen, die heute noch Schmuckstücke des Gastraumes sind. Der Wirt, über dessen Kopf hinweg das Lokal nunmehr auch offiziell "Seppl" hieß, räumte jedem Corps einen alleine ihm vorbehaltenen Tisch ein. In der Blütezeit der Corps hatte es nicht lange gedauert, bis sich zu ihren Tischen auch die Stammtischrunden der Heidelberger Bürger gesellten. Auf diese Weise entstand die "Achtuhr-Abendgesellschaft", die sich um den Mitteltisch des Lokals versammelte. In den 50ger Jahren entdeckten die in Heidelberg stationierten amerikanischen Soldaten den "Seppl" für sich . Nicht wenige eroberten das Herz einer jungen Heidelbergerin und oft trifft man hier nette amerikanische Paare die ihren Enkeln den Ort zeigen an dem ihre Liebe begann.
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